Wat Pothi Somphon
Wat Pothisomphon, ist ein königlicher Wat dritter Klasse. Das heisst, erbaut von weiter entfernten Verwandten des Königs oder von weiteren Adeligen.
Es ist der fromme Wunsch eines jeden thailändischen Buddhisten, sei es nun der König oder ein einfacher Mann, einen Tempel zu erbauen und ihn nach seinen Mitteln zu unterstützen, alleine oder zusammen in einer Gemeinschaft Ähnlichdenkender. Schon Buddha sprach von Uddesika-cetiya (Pali für „indikative Erinnerungsstücke und Nachbildungen“; thailändisch Utthesik Chedi), die zu errichten grosse religiöse Verdienste (thailändisch Bun – บุญ, Pali: puñña; siehe auch Tham bun) bedeute.
Die Könige von Ayutthaya förderten öffentliche Tempel (Wat Luang) aus ihrem persönlichen Besitz. Wohlhabende Adelige errichteten in der Folge zusätzliche Kloster (Wat Raad), um sich selbst ihrer ganzen Familie zu zusätzlichem Ansehen zu verhelfen. Die Gemeinschaft aller Gläubigen schliesslich unterstützen noch heute diese Tempel, indem sie entweder den Mönchen ihr tägliches Brot in Form von Reis und Zutaten in die Almosenschale legen oder Geldmittel für Renovierungsarbeiten spenden.
Zusätzlich zu den religiösen Verdiensten gibt es andere Motive für die Gründung eines Tempels:
  • den Mönchen einen permanenten Ort zur Verfügung zu stellen, an dem sie leben, studieren und meditieren können,
  • einen Ort zu schaffen, um Bildnisse des Buddha zu verehren,
  • einen Ort zu schaffen, an dem Jungen lesen und schreiben lernen können; in früheren Zeiten waren Klöster die einzigen öffentlichen Bildungseinrichtungen im ländlichen Thailand.
Alle diese Beweggründe laufen letztlich auf den Erwerb von Meriten hinaus, auch wenn in Thailand die Klöster auch soziale Funktionen haben. Viele Aspekte des thailändischen Lebens bis hin zur religiösen Architektur haben ihren Ursprung in religiöser Hingabe, welche untrennbar mit dem alltäglichen Leben verwoben ist.
Ein typischer Wat ist soziales Zentrum und als solches auch Veranstaltungsort von Festlichkeiten. Bei den thailändischen Ngaan Wat oder Tempelfesten kann ausgelassene Stimmung herrschen. Sie finden regelmässig an besonderen Tagen statt, etwa am Jahrestag von Buddhas Geburt, Erleuchtung und Tod (genannt Wisaka Bucha Vollmond im Mai) oder am Jahrestag der ersten Predigt Buddhas zu den 1250 Mönchen (genannt Makha Bucha, Vollmond im Februar). Es werden Freiluft-Kinovorstellungen geboten, Theatervorführungen oder Rockkonzerte mit mehr oder weniger professionellen Musikern; manchmal wird ein Feuerwerk abgebrannt
Die Architektur des Wat hat eine wechselvolle Historie; oft zeigen sich in Anlage und Stil grosse Unterschiede, doch liegt allen Beispielen eine gemeinsame Grundstruktur zugrunde.
Ein Wat besteht bis auf wenige Ausnahmen aus zwei unterschiedlichen Teilen, dem Phutthawat und dem Sanghawat.
Der Phutthawat ist der dem Buddha geweihte Bereich, der im Allgemeinen aus verschiedenen Gebäuden besteht, die von einer Mauer (Kampheng Kaeo) umschlossen sind:
Der Sanghawat dagegen ist der Wohnbereich der Mönche. Auch er ist von einer Mauer gegen die weltliche Umgebung abgeschirmt. 
 
Im Sanghawat befinden sich die Kutis, die Mönche eines Wat leben in einzelnen Häusern (Kutis), das grösste ist dabei dem Abt vorbehalten.
 
Ein Sanghawat kann auch einen Hor Rakhang (Glockenturm) oder sogar einen Sala Kan Prian (Predigthalle) beinhalten.
 
Der Ubosot (kurz auch Bot) ist das heiligste Gebäude in einem Wat. Der Begriff stammt von dem Wort uphosathagara aus der Pali-Sprache. Meistens wird es zu „Bot“ verkürzt. Hier halten die Mönche ihre wichtigen Zeremonien ab, wie zum Beispiel die Mönchsweihe oder auch die regelmäßige Bekenntnis aller Mönche zu den 227 Ordens-Regeln.
Diese letztere Zeremonie wird zweimal monatlich durchgeführt, nämlich am 15. Tag des abnehmenden und am 15. Tag des zunehmenden Mondes nach dem thailändischen Mondkalender. Sie wird in Thailand suat patimok, also Pattimokka (Vinayapitaka) genannt, Laien sind dabei nicht zugelassen.
Obwohl dieses Gebäude das wichtigste des Tempelbezirks ist, ist es nicht unbedingt das grösste. Als Mindestgrösse ist lediglich vorgeschrieben, dass mindestens 21 Mönche darin Platz finden müssen.
Der Glockenturm (Hor Rakang) weckt die Tempel-Bewohner am frühen Morgen und ruft die Mönche zu Andachten und Mahlzeiten zusammen. Er verkündet auch die Mittagszeit, da es den Mönchen nicht erlaubt ist, nach zwölf Uhr mittags feste Nahrung zu sich zu nehmen.
Ein wunderschöner Garten mit einem prächtigen Baumbestand lädt zum spazieren ein
Eine schöne Statue, bewacht von 2 grossen Nagas. Auf beiden Seiten sind 4 weitere, kleinere Nagas zu sehen.
 
Naga bezeichnet in der indischen Mythologie ein Schlangenwesen oder eine Schlangengottheit. Häufig sind auch Darstellungen mit mehrköpfigen Schlangen, beziehungsweise einer mehrköpfigen Kobrahaube.
 
Posri Road, Koordinaten: 17.41406, 102.77854 Tel: +66 42 24 50 68
 
Fotos by Beny Werder